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AKTUELL-KOMMUNIKATIVE GLIEDERUNG DES SATZES
A.Sarsenbaeva
Der Satz ist als eine kommunikative Einheit durch seine aktuell-
kommunikatuive Gliederung gekennzeichnet. Eine Mitteilungseinheit und die
kommunikative Struktur des Satzes fällt mit seiner konstituenten Struktur.
Die
kommunikative
Satztheorie wurde
in
den
Arbeiten von
Erich
Drach (Schüler von Paul) erweitert: das Wichtigste in der kommunikativen Theorie
ist die Darstellung der Gesetzte der Wortfolge und ihre Rolle beim Ausdruck des
kommunikativen Inhaltes des Satzes. Vor allem hat er zwei entgegengesetzte
Tendenzen im Deutschen hervorgehoben:
1. die Tendenz zur festen Wortstellung, d.h. Zweitstellung des Prädikats (die
Konkretisierung); Satzmitte, Rahmenkonstruktion)
2. die Tendenz zur Verschiebbarkeit von Subjekt, Objekt und adverbiale
Bestimmung.
zum Beispiel:
Karl
fährt
morgen nach Berlin
das Vorfeld; das
Bekannte; die alte
Information; Thema
Satzmitte
das Nachfeld das
Unbekannte; Sinnwort; Rhema
Das am Ende des Satzes stehende Sinnwort wird vom Bekannteteil der
Meldung durch die letzte Position (im geschriebenen) und Intonation (im
mündlichen) unterschieden.
Den obengegebenen Beispielsatz werden wir nach folgenden Satzstruktur
verwandeln:
Karl fährt nach Berlin
morgen
.
Morgen fährt Karl
nach Berlin.
Nach Berlin fährt morgen
Karl.
Im mehrgliederigen Nachfeld wirken folgende Gesetze der Wortstellung:
1.
Das Sinnwort hat die letzte oder die vorletzte Stellung.
2.
Die schwächste Stelle im Satz ist der Platz gleich nach dem Verb.
3.
Zwischen den schwächsten Stelle im Nachfeld und dem Sinnwort steht
das Zweitwichtigste.
Kruschelnitskaya betont den grammatischen Charakter der kommunikativen
Gliederung des Satzes. Jedes Satzglied hat einen bestimmten kommunikativen Wert:
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das Thema und das Rhema. Der kommunikative Wert der Satzglieder wird
durch bestimmte grammatische Mittel ausgedrückt:
- Intonation,
- Satzbetonung
- Wortstellung
- Artikel
- Genera verbi (Aktiv und Passiv);
- Artikelgebrauch:
z.B.:
der Schüler
machte einen groben
Fehler (direktes Objekt).
Die Tochter
liebt die
Mutter.
Die Mutter wird
von der
Tochter geliebt.
Da die Satzmodellierung in der gegenwärtigen Linguistik ein verhältnismäßig
junges Problem ist, schließt es noch viele ungelöste Fragen ein. Dazu gehören solche
wie:
1.
Kriterien zur Gewinnung der Modelle;
2.
Wechselbeziehung zwischen den strukturellen und semantischen
Modellen;
3.
Darstellungsart dieser Wechselbeziehungen und einige andere.
Je nach den Kriterien zur Gewinnung der Modelle unterscheidet man sechs
Haupttheorien der deutschen Satzmodelle.
W. Jung
hat die Theorie der strukturellen Satzmodelle ausgearbeitet. Er geht
von der Stellung des finiten Verbs aus und unterscheidet (W.Jung, 2013, S.125):
1.
Kernsätze
mit Zweitstellung des finiten Verbs;
2.
Spannsätze
mit Endstellung des finiten Verbs und
3.
Stirnsätze
mit Spitzenstellung des finiten Verbs.
J. Erben
hat die Theorie der Satzmodelle auf Grund der Valenz des
Verbs entwickelt. Diese Methode setzt voraus, dass das Verb das strukturelle
Zentrum des Satzes bildet und die Zahl der Leerstellen im Satz bestimmt. J. Erben
gewinnt nach der Zahl der notwendigen Ergänzungen vier Grundmodelle (J.Erben,
1967, S.210):
1.
Sätze mit einer Ergänzung;
2.
Sätze mit zwei Ergänzungen;
3.
Sätze mit drei Ergänzungen;
4.
Sätze mit vier Ergänzungen.
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Er verbindet das strukturelle Prinzip mit dem semantischen und gibt jedem der
vier Satztypen eine inhaltliche Charakteristik. So bezeichnet J. Erben den ersten Typ
als Vorgangssatz, z.B.:
Der Junge denkt nach.
Im zweiten Typ zeichnet er zwei
semantische Untertypen aus (J.Erben, 1967, S.212):
a.
Urteilssatz: Großvater ist Rentner.
b.
Handlungssatz: Wölfe jagen Rehe.
P.
Grebe
legt
die
Grundmodelle
mit
Hilfe
der
sogenannten Abstrichmethodefest, deren Wesen darin besteht, dass alle nicht
notwendigen Satzglieder herausgestrichen werden, so dass der Mindestbestand von
notwendigen Gliedern bleibt (P.Grebe, 1975, S.52). Auf solche Weise entstehen 31
Grundmodelle der deutschen Sätze, die zugleich semantisch als Zustands-, Vorgangs-
, Tätigkeits- und Handlungssätze interpretiert werden. Dieser minimale Satzbestand
ist aber nicht der erforderliche grammatische Bestand, sondern ein inhaltliches
Minimum.
W. Admoni
hat 12 logisch-grammatische Satztypen entwickelt, die er nach
den logischen Kriterien – nach der Widerspiegelung der objektiven Realität und nach
den grammatischen Kriterien – nach der Struktur des Satzes unterscheidet. So stellt,
z.B., der 1. Typ das Modell mit dem Subjektsnominativ + Verbum finitum dar
(W.Admoni, 1986, S.167):
Der Bruder arbeitet.
W. Schenkel
hat die Theorie der Satzmodelle auf Grund der Valenz des
Verbs entwickelt. Diese Theorie basiert darauf, dass …
1.
das finite Verb als strukturelles Zentrum des Satzes betrachtet wird und
2.
die Grundmodelle nach dem quantitativen Kriterium gewonnen werden. Sie
unterscheiden sich nach der Zahl der Satzglieder. Maßgebend für die Grundmodelle
ist das Verb und die Zahl seiner notwendigen Mitspieler.
3.
die Submodelle nach dem qualitativen Kriterium aufgestellt werden.
Maßgebend für die Submodelle ist die grammatische Form der Mitspieler
(W.Schenkel, 1993, S.548).
Auf solche Weise ergeben sich folgende Grundmodelle:
1.
Sätze mit nullwertigen Verben:
Es regnet. Es blitzt.
2.
Sätze mit null/einwertigen Verben:
Es hagelt Schläge.
3.
Sätze mit einwertigenVerben.
4.
Sätze mit ein/zweiwertigen Verben.
5.
Sätze mit zweiwertigen Verben.
6.
Sätze mit zwei/dreiwertigen Verben.
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7.
Sätze mit dreiwertigen Verben.
W. Schenkel unterscheidet nach der grammatischen Form der Mitspieler noch
zwei Submodelle:
1.
Sn, Sa – Das Metall entwickelt eine hohe Temperatur.
2.
Sn, Sd – Der Raum gehört der Universität, usw.
O. Moskalskaja, die in ihrer Theorie der Satzmodelle strukturelle Modellierung
der deutschen Sätze mit der semantischen Modellierung verbunden hat, unterscheidet
(O.Moskalskaja, 2004, S. 67 ).
Die Konzepte der Linguisten lassen uns folgende Zusammenfassung machen:
strukturelle Modelle,
die sie auf Grund der Eingliedrigkeit/Zweigliedrigkeit des
Modells und der Ausdrucksform von Hauptgliedern aufstellt,
semantische Modelle,
die O. Moskalskaja auf Grund der logischen Analyse festlegt. Unter diesen bestimmt
sie noch a) determinierende Sätze, die eigentlich determinierende Sätze,
Zustandssätze und Vorgangssätze einschließen; b) Relativsätze, zu denen
verschiedene Arten der Tätigkeitssätze gehören; c) existentialsätze. Die Konzeption
der Modellierung der einfachen Sätze von O.Moskalskaja ist bis heute die einzige
Theorie, die logisch und konsequent eine systemhafte Beschreibung der deutschen
Satzmodelle vorlegt.
LITERATURVERZEICHNIS:
1.
Admoni W. Der deutsche Sprachbau. Учебное пособие. Москва,
Просвещение, 1986. - 336 стр.
2.
Erben J. Abriß der deutschen Grammatik. Zehnte Auflage.Berlin, 1967.
S.254
3.
Grebe P. Sprachsystem und Sprachgebrauch. Festschrift fur Hugo Moser zum
65. Geburtstag. Teil 2, Düsseldorf 1975 (= Sprache der Gegenwart 34), S.49-
90.
4.
Jung W. Grammtik der deutschen Sprache. 28.Aufl. Frankfurt am Main. 2013.
S.542
5.
Moskalskaya O. Grammatik der deutschen Gegenwartssprache = Теоретическая
грамматика современного немецкого языка : учеб. для студентов вузов/ O.
I. Moskalskaja. – M.: Академия, 2004. – 352 с.
6.
Schenkel W. Textgrammatik der deutschen Sprache / Weinrich Harald. –
Mannheim ; Leipzig ; Wien ; Zürich : Dudenverlag, 1993. – 1101 S.