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DIE ÜBUNGSTYPEN UND IHRE AUSWAHL BEIM
FREMDSPRACHENLEHREN
M.S.Majidova (UsSWLU)
Wer fremde Sprachen nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen.”Johann Wolfgang
von Goethe
Das Fremdsprachenlernen ist heute eine Voraussetzung der Zeit. Die Verbesserung
des Fremdsprachenunterrichts ist eine der Hauptaufgaben im Bildungsbereich in der
gegenwärtigen Phase der rasanten Entwicklung. Insbesondere ist eine Reihe von Gesetzen
und Vorschriften zum Unterrichten von Fremdsprachen eine klare Bestätigung unserer
Meinung und sie trägt eine große Verantwortung für alle Fachkräfte in unserem Land. Der
gute Unterricht hängt oft davon ab, wie der Unterricht von der Lehrkraft gestaltet wird,
welche Übungen und Aufgaben sie vor ihren Lernenden stellt und auf welcher Weise die
Lernziele erreicht werden.
Es ist zu betonen, dass man als Lehrkraft die Übungstypen gut zu erkennen ist. Die
Übungen können ganz Unterschiedliches von den Lernenden gefordert werden. Die
Unterscheidung nach leichten und schweren Übungen allein hilft nicht, weil sie sehr
subjektiv ist. Eine leichte Übung kann für einen wirklich leicht, für den anderen aber
ziemlich schwer sein. Aber es gibt eine Reihe von Kriterien, um die Übungen zu
unterscheiden. Die wichtigsten sind im Folgenden kurz vorzustellen:
1.
Rezeptive Übungen –
dabei geht es um das Verständnis des Inhalts und Input der
Informationen. Bei solchen Übungen nehmen die Lernenden die Informationen auf.
Wir haben Beispiele zu diesem Übungstyp aus den Lehrwerken ausgesucht und
analysiert. Hier sind einige davon:
Beispiel I
Übung I (Aspekte B1.1 Arbeitsbuch. S. 24)
Lesen Sie den Text über „Obdachlosen“ und sammeln Sie Informationen.[3:24]
Beispiel II
(Aspekte B1.1 Kursbuch S. 26)
Hören Sie das Interview über die neue Wohnung von Anna. Was ist an der neuen
Wohnung besser als an der alten! [3:26]
2.
Reproduktive Übungen –
die Lernenden produzieren die Sätze oder Texte nach
genauen Vorgaben und sie haben nur eine richtige Antwort bei der Lösung.
Beispiel I
Übung 7 (Menschen A2.1 Arbeitsbuch. S.7)
Ergänzen Sie in der richtigen Form.
1) Meine Schwester und ich
haben
als Kinder viel
gestritten
(streiten).
2) Es gab ein Unwetter, aber wir____________ Glück __________
(haben).
Es _______ nichts _________
(passieren)
[3:7]
Beispiel II
Übung 3 (Aspekte B1.1 Arbeitsbuch. S.22)
Was hört man bei den Umzügen? Bilden Sie Imperativsätze.
1) Vermieter noch mal anrufen.
Ruf bitte den Vermieter noch mal an!
2) Gläser und Teller einpacken._______________________________!
3) Tür aufmachen! _________________________________________! [3:22]
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3.
Produktive Übungen
–die Lernenden sind in produktiven Übungen aufgefordert,
selbst Sprache zu produzieren. Produktive Übungen sind schon ein Übergang zu den
Aufgaben. Sie können schon eine Sprachfertigkeit bewältigen.
Beispiel I
Übung I (Menschen A2.1 Arbeitsbuch. S.9)
Schreiben Sie eine E-Mail an Peter.
- Schreiben Sie im Perfekt. Was hat Großvater gemacht?
- Beginnen Sie die Sätze mit dem markierten Satzteil.
Beispiel II
Übung 4c (Aspekte B1.1 Kursbuch S.34)
Beantworten Sie die E-Mail Ihres Freundes. Schreiben Sie etwas zu allen vier
Punkte. Überlegen Sie sich dabei eine richtige Reihenfolge. Denken Sie auch an Anrede,
Grußformel, Einleitung und Schluss.
•
Wie sieht Ihre momentane Wohn-und Lebenssituation aus?
•
Wo wohnen die jungen Leute in Ihrem Land?
•
Wo sind die Vor-und Nachteile eines Auszugs aus Ihrer Sicht?
•
Was würden Sie an Sebastians Stelle tun?
Es wird zudem zwischen
offenen
und
geschlossenen
Übungen unterschieden. Wenn
nur eine Lösung möglich ist, ist die Übung geschlossen. Reproduktive Übungen sind in der
Regel geschlossen.
Halboffene
Übungen bieten in einem gewissen Umfang Variations-und
Auswahlmöglichkeiten, damit ist es mehr als eine richtige Lösung möglich. Offene
Übungen ermöglichen den Lernenden eine freie Bearbeitung. Es gibt viele verschiedene
Lösungsmöglichkeiten. [1:44]
Im Unterricht haben die Lehrenden eine große Auswahl von unterschiedlichen
Übungstypen, die sie gut zu erkennen sind und das hilft ihnen, Übungsziele einzuschätzen,
die Übungsabfolgen zu planen. Die optimale Auswahl der Übungen dient dem Erreichen
des Lernziels und dem Erfolg des gelungenen Unterrichts. Ziel aller Übungen ist es, auf eine
Aufgabe vorzubereiten, die Sprachhandeln erfordert. Darüber hinaus soll man als
Lehrperson auf die Qualität der Aufgaben und Übungen immer in Rücksicht nehmen,
deshalb werden die Kriterien der guten Aufgaben und Übungen unter Lupe genommen.
Gute Aufgaben:
haben einen Sitz im Leben
sind kommunikativ relevant, das heißt, sie ermöglichen den Lernenden sprachliche
Handlungen durchzuführen, die sie auch im Alltag bewältigen müssen,
sprechen die Lernenden als sie selbst an,
berücksichtigen die Interessen und Bedürfnissen der Lernenden,
bereiten auf authentische Sprachhandlungen vor,
regen zur Beschäftigung mit bedeutungsvollen Inhalten an,
ermöglichen die Produktion vom bedeutungsvollem Input,
Gute Übungen
:
leisten einen Beitrag zur Bewältigung von Aufgaben,
sind transparent hinsichtlich der Lernziele,
trainieren die Verwendung authentischer Sprache,
trainieren Flüssigkeit,
regen dazu an, sich mit Sprachformen auseinanderzusetzen,
sind erfolgsorientiert gestaltet, Übungsergebnisse sollten erreichbar und
überprüfbar sein. Enthalten auch spielerische Elemente.[2:56]
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Wenn die Lehrkraft mit den Übungstypen und ihren Qualitätskriterien vertraut ist,
kann sie ihren Unterricht strukturiert planen und sie kennt schon, wie man mit Übungen und
Aufgaben eine Unterrichtssequenz aufbaut, die die Schüler zum Sprachhandeln befähigt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die richtige Auswahl der Übungen und
Aufgaben einen guten erzielten Unterricht garantiert. Die Übungen haben die Rolle einer
Treppe, wodurch die Lernenden zum Ziel kommen. Es ist zu betonen, dass es in heutigen
modernen Lehrwerken einen großen Wert auf die Reihenfolge von Übungen und Aufgaben
gelegt wird, damit sich die Lernenden nicht überfordert oder unterfordert fühlen. Die
Übungen sollten so strukturiert werden, dass die Lernenden zum Zielaufgabe schrittenweise
kommen und eine Sprachkompetenz am Ende des Unterrichts bewältigen.
LITERATURVERZEICHNIS:
1. Hermann Funk, Christina Kuhn, Dirk Skiba, Dorothea Spaniel-Weise, Rainer E.
Wicke. Aufgaben, Übungen, Interaktion. DLL 4.-Stutgart, Goethe-Institut:-Klett, 2017.
2. Karin Ende, Rüdiger Grotjahn, Karin Kleppin, Imke Mohr. Curriculare Vorgaben
und Unterrichtsplanung. DLL6. -München, Goethe-Institut: – Langenscheidt, 2013.
3. Ute Koithan, Helen Schmitz, Tanja Sieber. Aspekte B1.1, Klett Verlag, Stuttgart,
2017.
